Von unten ist es nur Wasser
Wer vom Ufer unter den Steg schaut, sieht die Bohlen als dunkle Streifen und dazwischen das Grün. Die Farbe kommt von oben, aus dem Kalk der Aare, nicht aus Algen. An sonnigen Tagen wirkt sie flaschengrün, bei bedecktem Himmel eher schiefer.
Tiefe und Zug
In der Mitte steht man nicht. Klötzli hat es einmal im März versucht, mit einer Stange, und die Stange ist ihm aus der Hand gegangen. Er sagt, es seien dort mehr als zwei Meter, und der Zug setze schon am Knie an. Die Schwimmer, die unter dem Steg durchkommen, lassen die Arme am Körper. Wer gegen den Zug ankämpft, verliert.
Wenn das Wasser fällt
Im späten Winter kommt am linken Ufer ein Streifen Kies heraus, hell und flach. Darauf liegen manchmal Äste vom letzten Hochwasser, und einmal, 2021, ein rotes Kinderschiff, das niemand abgeholt hat. Ein Eisvogel sitzt ab und zu auf der untersten Bohle. Wer eine halbe Stunde wartet, sieht ihn vielleicht, versprochen ist es nicht.
Die Bohlen von unten sind dunkler als von oben. Das Holz saugt das Spritzwasser auf, und im Schatten trocknet es nie ganz. Deshalb riechen die ersten Meter des Stegs auch an heissen Tagen nach Fluss.